Kategorie: Kacke am Stock

Wir sind abgesoffen

We’re sunk (english below)

Tja, was soll ich sagen? Das Hochwasser der letzten Woche hat auch vor uns kein Halt gemacht. Die Firma ist komplett abgesoffen.

Well what can I say? Last week’s floods didn’t stop at us either. The company is completely flooded.

Zwar war es lange nicht so schlimm wie in anderen Kreisen und zum Glück ist es bei Sachschäden geblieben, dafür sind diese doch erheblich. Hier mal ein paar Bilder.

It was not as bad for a long time as in other communities and luckily it remained with property damage, but it is considerable. Here are a few pictures.

Insbesondere die Schmelzöfen sind ziemlich kritisch. Ich meine die Schmelze mit über 700° und flüssiges Wasser vertragen sich einfach nicht so gut…..

The melting furnaces in particular are quite critical. I mean the melt with over 700 ° and liquid water just don’t get along so well …..

Den Humor lassen wir uns dennoch nicht nehmen 😉 😉

Natürlich sind auch die Trecker Opfer der Fluten geworden.

We still don’t let our humor be taken away from us 😉 😉

Of course, the tractors also fell victim to the floods.

Geistesgegenwärtig hab ich noch schnell den Wagenheber unter den großen gestellt und diesen vorne soweit es ging hochgepumpt.

With the presence of mind I quickly put the jack under the big one and pumped it up as far as possible.

Der kleine Trecker stand gut eingemottet unter einer Plane. Die Schlammmarkierungen lassen nichts gutes erahnen. Mit dem steigenden Wasser bestand keine Möglichkeit mehr in die sich füllenden Hallen vorzudringen und noch was zu retten. Am Ende stand die Brühe ca. 50-60cm hoch…..

The little tractor was well mothballed under a tarpaulin. The mud markings do not suggest anything good. With the rising water there was no longer any possibility of penetrating into the filling halls and of saving anything. At the end the water was about 50-60cm high …..

…eindeutig zu viel für den kleinen VR6. Den hat es übel erwischt.
Aber auch anderes Pullingmaterial und Teile vom großen Trecker sind nicht besser weggekommen…..

… clearly too much for the small VR6. He was badly hit.
But also other pulling material and parts from the big tractor didn’t get away any better …..

Tja, nützt alles nichts… aufräumen und weiter machen.
Da ich den VR6 auf keinem Fall dem Rost zum Fraß und damit dem sicheren Totalschaden aussetzen wollte war dieser zuerst an der Reihe….

Well, it’s all useless … tidy up and carry on.
Since I did not want to expose the VR6 to rust under any circumstances and thus to a certain total write-off, it was my turn first ….

Irgendwie hatte man ja insgeheim noch gehofft das der Motor nicht voll Wasser steht. Mit dem Herausdrehen der Ölablassschraube setzte dann doch Ernüchterung ein. Erstaunlich was alles in einen VR6 passt. Shit…

Somehow one had secretly hoped that the engine was not full of water. After unscrewing the oil drain plug, disillusionment set in. It’s amazing what fits in a VR6. Scheisse…

Erstaunlicherweise war in der Achse kein Tropfen Wasser zu finden. Die scheint gut dicht zu sein.

Amazingly, not a drop of water could be found in the axle. It seems to be tight.

Die Motorsteuerung stand komplett unter Wasser. Zum Glück ohne Spannung…

The engine control was completely under water. Fortunately without electricity …

Der Abgaskrümmer mit Turbolader….voll Wasser…was denn sonst?

The exhaust manifold with turbocharger …. full of water … what else?

Die Frage warum es Kendall Racing Green heißt erübrigt sich bei den Bildern wohl. Auf alle Fälle wurden die Brennräume komplett mit dem Öl befüllt in der Hoffnung der Luft den Weg zu versperren und das Wasser ein wenig zu verdrängen.

The question why it is called Kendall Racing Green is probably unnecessary with the pictures. In any case, the combustion chambers were completely filled with the oil in the hope of blocking the path of the air and displacing the water a little.

Dann sollte das Wasser aus allen Lagerstellen vertrieben werden. Also flugs die Ölleitung zum Turbo mit einer elektrischen Pumpe verbunden und 6 Liter Öl unter leichtem Durchdrehen ( also den Motor 😉 ) in den Motor gepresst.

Then the water should be expelled from all storage locations. So the oil line to the turbo was quickly connected to an electric pump and 6 liters of oil were pressed into the engine with a slight cranking.

Leicht ölige Angelegenheit. Aber wie sagte schon ein bekannter Hersteller einer Hohlraumversiegelung: Besser ein Fettfleck als ein Rostfleck.

Slightly oily matter. But as a well-known manufacturer of cavity sealing said: Better a grease stain than a rust stain.

Gleiches Prinzip beim Turbo…nur weniger Rabiat. Das ist wohl diese Öl-Schlamm-Spülung von der man immer so viel hört 😉 😉

Same principle with the turbo … only less rabid. That is probably this oil-sump flush you always hear so much about 😉 😉

Achja, die Motorsteuerung fehlt ja noch….

Oh yes, the engine control is still missing …

Beim großen hat der Wagenheber nicht gereicht…. Die Schlammmarken lassen erahnen: Beide EMU BLACK sind abgesoffen…. Auch hier zum Glück spannungsfrei.

The jack wasn’t enough for a big one …. The mud marks suggest: Both EMU BLACKs have flooded …. Luckily, they are electricity-free here too.

Damit hat sich die heimische Küche in ein Elektrotechnikreinigungsstudio und der Backofen in einen Platinentrockner verwandelt.

The domestic kitchen has thus been transformed into an electrical engineering cleaning studio and the oven into a circuit board dryer.

Da bekommt der Begriff Tauchkompressor gleich eine ganz andere Tragweite….

The term diving compressor takes on a completely different meaning …

Das Abschrauben der Lagerschilde brachte auch hier Wasser an Stellen zum Vorschein wo keines sein sollte.

Unscrewing the bearing shields brought water to the surface in places where there shouldn’t be any.

Beim 200 Bar Kompressor das gleiche Bild. Plan ist es beide vorsichtig andrehen zu lassen um dann das Öl zu tauschen. In den Zylindern stand augenscheinlich kein Wasser. Es muss ja auch mal was klappen.

The same picture applies to the 200 bar compressor. The plan is to let both of them turn on carefully and then change the oil. Apparently there was no water in the cylinders. Something has to work out sometimes.

Erstmal ein wenig trocknen lassen…

First let it dry a little …

Jahrzehnte hatten die MAN Außenplanetengetriebe ein beschauliches Leben im Arsenal. Kaum kommen sie zu den Schluckspechten werden sie demontiert und saufen dann direkt ab….

For decades, MAN planetary gearboxes had a peaceful life in their arsenal. As soon as they come to the Schluckspechts, they are dismantled and then are intirely flooded …

Auch hier alles öffnen was geht damit das Wasser verdunsten kann. Hier ist der Dreck nicht mal so ein großes Problem weil die Bauteile vorm Einbau eh gereinigt werden müssen. Damit auch erstmal genug vom morbiden Hochwasserthema.

Open everything that can be done so that the water can evaporate. The dirt is not that big of a problem here because the components have to be cleaned before installation. That’s enough of the morbid flood issue for now.

Wir bauen auch noch Pullingteile. Also zumindest vor dem Hochwasser 😉

We also build pulling parts. So at least before the flood 😉

Ich sage euch…seid froh das wir davon keinen Film gemacht haben. Die Lärmkulisse beim Fräsen war infernalisch!!!

I tell you … be glad we didn’t make a film of it. The background noise when milling was infernal !!!

Aber damit wäre auch eine Halterung für den Reverser fertig.

But that would also be a mount for the reverser.

Das Thema „Verzahnungen stoßen“ haben wir ja schon hinreichend in einem Video bearbeitet. Hier noch ein Nachtrag aus Murphy´s Gesetzbuch. Bestimmt 15 Platten haben wir über alles schon mit einem Diamantstift geschliffen……

We have already adequately dealt with the subject of „mating gears“ in a video. Here is an addendum to Murphy’s law book. We have already ground 15 insert over everything with a diamond pen ……

…natürlich macht er genau bei der ersten Platte der letzten Sorte schlapp. Also wieder warten bis wir die Muffe aus dem Video herstellen konnten. Ätzend…aber typisch 😉

… of course it gives up exactly with the first record of the last variety. So wait again until we could make the socket from the video. Sick … but typical 😉

Auch hier soweit alles bekannt aus dem Video. So ein Probestück ist schon alleine zu Vergleichszwecken echt ne nette Nummer. Wenn ich nämlich weiß, dass die Verzahnung passt und mit einer bestimmten Wendeplatte gestoßen wurde, so kann ich die selbe Verzahnung in einem andern Bauteil das mit der selben Wendeplatte gemacht wurde alleine an ihrem (einfach zu messenden) Durchmesser überprüfen.

Also here as far as everything is known from the video. Such a sample is a really nice number for comparison purposes alone. If I know that the toothing fits and was hit with a certain insert, then I can check the same toothing in another component that was made with the same insert on its (easy-to-measure) diameter alone.

Alex baut derweil munter am Turboschutz weiter der damit in die finale Phase geht.

Meanwhile, Alex continues to work on the turbo protection, which goes into the final phase.

Nur noch ein bisschen Lack drauf und fertig.

Just add a little paint and you’re done.


Ein wenig fancy Elektrik und schon ist die Kühlmittelpumpe überbrückt und dauerhaft an…..es kann so einfach sein.

A little fancy electrics and the coolant pump is bridged and permanently on ….. it can be that simple.

Seit wann kommt der Berg zum Propheten? Na seit dem der Reverser zur Verzahnung kommt… logisch.

Since when has the mountain come to the prophet? Well since the reverser comes into the spline … logical.

Weil es so schön ist noch mal die Verzahnungsmuffe.
Das ist eine benutzte Wendeplatte. Ich kann keinen großen Verschleiß erkennen.

This is a used insert. I can’t see any major wear and tear.

Und das ist das Bauteil das die Muffe von den Bildern und dem Video wohl wieder zu Schrott werden lässt. Das ist die Mutter mit der der Flansch auf dem Differential gehalten wurde und(!) die axiale Vorspannung auf das Kegelrollenlager im Diff aufbaut. Da ohne fällt die Lagerung nämlich einfach auseinander. Da die Mutter natürlich nicht in die Muffe passt—> wohl Schrott.

And this is the component that the sleeve of the pictures and the video can probably be scrapped again. This is the nut with which the flange was held on the differential and (!) Builds up the axial preload on the tapered roller bearing in the diff. Without it, the bearing simply falls apart. Since the nut, of course, does not fit into the sleeve —> probably scrap.

So, hier mal was zu Thementrennung. Das ist so ein Schnelltanker für Gartengeräte wo man den Stutzen einfach in den Tank drückt und der Tankvorgang automatisch stoppt wenn der Tank voll ist.

So, here’s something to separate topics. This is such a quick tank fillerfor garden tools where you simply press the nozzle into the tank and the refueling process stops automatically when the tank is full.

So sieht das von innen aus. Die Dinger gibt es auch in hinreichend groß für Motorsportzwecke aber a) weiß ich nicht ob die Methanolbeständig sind b) bekomme ich die nicht auf normale Industriekanister und c) kann man sowas wohl auch selber bauen.

This is what it looks like from the inside. These things are also big enough for motorsport purposes but a) I don’t know whether the methanol-resistant ones b) I can’t get them on normal industrial canisters and c) You can probably build something yourself.

So könnte das dann aussehen. 😉 😉 😉
Ich bin mal gespannt wie schnell man damit -also wenn es fertig ist- 30 Liter Methanol tanken kann… ist aber aktuell auch nicht so ganz wichtig….

This is how it could look like. 😉 😉 😉
I’m curious how quickly you can fill up with 30 liters of methanol when it’s finished … but it’s not that important at the moment …

Langsam aber sicher geht es auch ans Verkabeln des Armaturenbretts. Naja, eher an die Vorüberlegungen wie man es machen kann 😉
Aber da war ja noch was…

Slowly but surely, the wiring of the dashboard is also going on. Well, more of the preliminary considerations on how to do it 😉
But there was something else …

Die Lenkung ließ sich nicht entlüften. Der Verdacht fiel schnell auf die Kolbenstangendichtungen. Ein besonderes Augenmerk möchte ich noch auf den zu dem Zeitpunkt noch komplett schlammfreien Boden richten 😉

The steering could not be vented. The suspicion quickly fell on the piston rod seals. I would like to pay special attention to the completely mud-free floor at the time 😉

Zylinder raus….

Cylinder out…

…und Zylinder demontieren.

…and dismount it.

Hier ist der Übeltäter…die Stangendichtung. So gut wie sie in eine Druckrichtung funktioniert, so schlecht funktioniert sie in die andere….

Here’s the culprit … the rod seal. As well as it works in one direction of pressure, it works just as badly in the other …

Da doppelt gemoppelt besser hält wird der Abstreifer (links) durch einen Wellendichtring (2v.r.) ersetzt. Dazu zusätzlich noch ein stinknormaler O-Ring.

Since double mating holds better, the scraper (left) is replaced by a shaft sealing ring (2 from right). In addition, a perfectly normal O-ring.

Vor dem blauen Nutring sieht man noch den O-Ring.

In front of the blue U-ring you can still see the O-ring.

Die Wellendichtringe sind auch verbaut. Wichtig ist nur das sie so verbaut sind das keine Luft in den Zylinder einströmen kann.

The shaft seals are also installed. It is only important that they are installed in such a way that no air can flow into the cylinder.

Wieder zusammen. Leute, auf einmal geht es perfekt! Die Lenkung ist innerhalb von kürzester Zeit entlüftet. Unter Last (griffiger Hallenboden und wenig Luft in den Reifen) kann man die Lenkung noch so gerade im Stand drehen. Das sollte passen.

Der Reverser nimmt mal Platz im Chassis:

Together again. Folks, suddenly it’s going perfect! The steering is vented within a very short time. Under load (non-slip hall floor and little air in the tires), the steering can still be turned straight when the vehicle is stationary. That should fit.

The reverser takes a seat in the chassis:

Fehlt noch eine Möglichkeit…..

One more solution is missing …..

…die Antriebswelle mit dem Kupplungsausgang zu verbinden.

…to couple the clutchshaft with the driveshaft

So entsteht aus 42CrMoV4 (vergütet versteht sich 😉 ) eine Wellenanbindung.

So A shaft connection is created from 42CrMoV4 (tempered, of course 😉 ).

Die Verbindung zum Rohr soll mit Steckschweißungen und einer Naht am Bund realisiert werden.

The connection to the pipe should be realized with plug welds and a seam on the collar.

Nur wie kann man die beiden Enden miteinander verbinden?

But how can you connect the two ends together?

Muffenpower!

Sleevepower!

Zunächst einmal macht sich ein Verzahnungs Probestück noch einmal als Aufnahme nützlich.

First of all, a toothed test piece is once again useful as a receptacle.

So kann die Muffe in einem Stück überdreht werden.

In this way, the sleeve can be turned over in one piece.

Über die Muffe soll eine Muffe…was auch sonst?

A sleeve should go over the sleeve … what else?

Nur eben fix verpressen das ganze……

Just press the whole thing firmly ……

KACKE! Schief eingepresst.

POOP! Pressed in at an angle.

Naja, zum Wegschmeißen zu schade also flugs das ganze aufgeschobene Material mit einem Innendrehstahl entfernt.

Well, too good to throw away so all the postponed material quickly removed with an internal turning tool.

Dem neuerlichen Pressversuch hatte das Konstrukt nichts mehr entgegen zu setzen.

The construct had nothingto counteract the new pressing attempt.Schnell noch ein wenig überdreht.

Quickly a little turned over.

Passt! Jetzt muss die Muffe natürlich noch an Ort und Stelle gehalten werden.

Fits! Now, of course, the sleeve still has to be held in place.

Dafür haben wir jetzt ganz tief in die Trickkiste gegriffen. Zwei M10 Schrauben mit Kronenmuttern halten die Muffe zwischen den Wellenstummeln… recht primitiv eigentlich aber im Pullingsport doch sehr bewährt und verbreitet.

Sooooo…damit endet jetzt auch einer der längsten Beiträge überhaupt. Wir kommen auf 111 Bilder 😉
In der Firma läuft mittlerweile ein Großteil der Produktion. Das haben wir in erster Linie unseren Mitarbeitern zu verdanken die blitzschnell reagiert und es geschafft haben beachtliche Mengen Wasser aus den Hallen heraus zu halten. Mein herzliches Dankeschön an dieser Stelle. Auch die Aufräumarbeiten gingen schneller voran als zunächst befürchtet. Eventuell kommt zum Hochwasser auch noch ein Video. Ein bisschen Material hab ich gedreht. 😉
In diesem Sinne bleibt gesund und bleibt dran!

For this we have now reached deep into our bag of tricks. Two M10 screws with castle nuts hold the sleeve between the shaft stubs … actually quite primitive but very well-proven and widespread in pulling sports.

Sooooo … that ends one of the longest posts ever. We come to 111 pictures 😉
Much of the production is now running in the company. We owe this primarily to our employees, who reacted at lightning speed and managed to keep considerable amounts of water out of the halls. My heartfelt thanks at this point. The clean-up work also proceeded faster than initially feared. There may also be a video about the flood. I shot some material. 😉
With this in mind, stay healthy and stay tuned!

 

Coronafreude

The Joy of Corona (english below)

So Leute, Ihr wundert euch sicherlich warum hier so lange nichts passiert. Der letzte Beitrag ist genau einen Monat her. Ziemlich genau ein Jahr ist es nun her, das in Zwolle die letzte reguläre Pullingveranstaltung in Europa stattgefunden hat.

Wenn ich ganz ehrlich bin, so habe ich aktuell in meinem Herzen kein Platz für Pulling. Mein Herz ist einfach bis zum Überlaufen angefüllt mit Freude. Einer Freude von der ich gerne in einer kleinen, wahren Geschichte berichten möchte.

Kapitel 1: Vorgeschichte

Die Geschichte der Freude beginnt Anfang Januar 2021 in einem Seniorenwohnheim irgendwo im beschaulichen Sauerland. In diesem Wohnheim leben natürlich nicht nur Senioren, sondern auch Menschen die sich um sie kümmern. Einer dieser Mitarbeiter*innen (Hey, die Freude startet doch schon beim Gendern!!)) ist mit mir verwandt. Bewohner und Mitarbeitende (Gendern ist geil!) wurden sogar schon mit der ersten Impfdosis gegen Corona geimpft. Das reichte natürlich nicht um zu verhindern, dass es Ende Januar zu einem größeren Coronaausbruch kam.

Kapitel 2: Die Familie

So dauerte es dann auch nicht lange, bis uns das Virus erreichte und die ganze Familie angesteckt hatte. Ich sage euch, Corona ist eine reine Freude. Da wir -der Klimakatastrophe (Ein theatralischeres Wort fällt mir gerade nicht ein) sei Dank- keine richtigen Winter mehr bekommen, hat man mit Corona einen wunderbaren Schüttelfrost und kann sich an alte Zeiten erinnern. Auch wenn die Kinder zum Glück nur sehr mild betroffen waren….die schlafen mit verrotzter Nase einfach nicht. Das ist eine geile Kombi die ich nur jedem empfehlen kann. Auch sehr geil ist der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns. Das ermöglicht vollkommen neue Familienspiele. „Erraten von Speisen anhand ihrer Textur im Mund“ oder auch schön: „Hat das Kind die Windeln voll oder ist das Nutella was das Bein runterläuft“. Herrlich!! Vor allem hat Corona immer was neues parat. Den einen Tag wacht man auf und denkt das einem jemand das ganze Skelett steif gelegt hat, den anderen Tag hat man Hustenanfälle das einem Schwarz vor Augen wird. Freuden die man so gar nicht kennen würde. Das ganze durchgängig begleitet von hohem Fieber. Einfach ein großes Bündel Spaß.

Kapitel 3: Die Regierung

In diesem Kapitel möchte ich zunächst einmal Danke sagen! Danke das wir alle Corona erleben durften. Um ein Haar wäre uns diese maximale Freude nicht zu teil geworden. Dann nämlich wenn die Impfungen zwei bis drei Wochen eher begonnen hätten. Zum Glück für uns alle hat sich unsere Kanzlerin der Herzen nicht nur heldengleich über den ollen Spruch am Reichtstag („Dem deutschen Volke“) hinweggesetzt, nein, auch über ihren Amtseid („Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe“) So hat sie die Impfstoffbestellung  im Rahmen einer „EUropäischen Lösung“ in die Hände der EU-Kommission übergeben. Eben jener Expertentruppe der eine direkt und demokratisch vom Volk gewählte Oberexpertin vorsitzt, die in ihrem beruflichen Werdegang ein aufs andere mal bewiesen hat, dass sie sich mit Erfolg um Beschaffungsaufgaben kümmern kann. Da geht mir einfach das Herz auf.
Vollkommen unvorhersehbar haben sie es vergeigt. Und zwar richtig. Mit Formulierungen in den Verträgen mit denen ich nicht mal ne alte Socke verkaufen würde. Aber hey, das kann ja mal passieren und tut der Freude keinen Abbruch.

Im oben genannten Seniorenwohnheim sind inzwischen mehrere Bewohner verstorben. Das ist tragisch. Sie sind damit direkter Bestandteil der EUropäischen Impfstofflösung. Ich bin mir sicher, hätte man ihnen das so erklärt, sie hätten ihrem Ableben mit großer Freude entgegengeblickt. Wann ist man schon mal Teil von so etwas großem? So werden noch viele hunderttausend Menschen die Möglichkeit bekommen die Freuden von Corona zu entdecken. DANKE!

Kapitel 4: Fazit

Ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Einblick in die Spaßigkeit des Coronavirus geben, es ist einfach geil. Meine Familie und ich, wir genießen unsere restliche Zeit in Quarantäne noch in vollen Zügen. Jedes mal wenn ich unser politisches Spitzenpersonal im Fernsehen erblicke, muss ich an die tausenden und aber tausenden Menschen denken denen sie durch ihr Handeln die Freuden einer Infektion mit SARS-CoV-2 ermöglichen. Ihr seid wahrhaftige Freudenspender! Danke! Zum Glück haben wir eine funktionierende vierte Gewalt (Presse) die eben jene Politiker in dieser schwierigen Phase maximal schont und ihnen eine gebührende Bühne für ihr Eigenlob gibt. Es läuft einfach.
Da ich keine Möglichkeit habe persönlich und im gebührenden Umfang Danke zu sagen, erhebe ich mich einfach von meinem Platz und stimme die Europahymne an.

Beste Grüße und bleibt gesund!
Stefan Heuel

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So folks, you are probably wondering why nothing happens here for so long. The last post was exactly a month ago. It is almost exactly a year ago that the last regular pulling event in Europe took place in Zwolle.

If I’m being completely honest, I currently have no place in my heart for pulling. My heart is just filled to the brim with joy. A joy that I would like to tell you about in a small, true story.

Chapter 1: Prehistory

The story of joy begins at the beginning of January 2021 in a retirement home somewhere in the tranquil of a region called „Sauerland“. Of course, not only senior citizens live in this dormitory, but also people who look after them. One of these employees is related to me. Residents and employees were even vaccinated against Corona with the first dose of vaccine. Of course, that was not enough to prevent a major corona outbreak at the end of January.

Chapter 2: The Family

So it didn’t take long before the virus reached us and infected the whole family. I tell you, Corona is a pure joy. Since we -thanks to the climate catastrophe (I can’t think of a more theatrical word)- no real winters anymore, Corona gives you wonderful chills and you can remember old times. Even if the children were fortunately only very mildly affected … they simply do not sleep with a red nose. This is a great combination that I can only recommend to everyone. The loss of the sense of smell and taste is also very cool. This enables completely new family games. „Guessing food based on its texture in the mouth“ or also nice: „Does the child have the diapers full or is the Nutella that is running down the leg“. Gorgeous!! Above all, Corona always has something new to offer. One day you wake up thinking that someone has stiffened your whole skeleton, the other day you have coughing that you almost loose consciousness. Joys that you wouldn’t even know. The whole thing was accompanied by a high fever. Just a lot of fun.

Chapter 3: The Government

In this chapter I would like to start by saying thank you! Thank you that we were all able to experience Corona. We almost didn’t have this maximum joy. That is when the vaccinations started two to three weeks earlier. Fortunately for all of us, our chancellor of hearts not only heroically defied the old saying on the Reichtstag („Dem deutschen Volke“ literally: For the german folk), no, also over her oath of office („I swear that I will devote my strength to the welfare of the German people , increase its benefit, avoid damage from it, uphold and defend the Basic Law and federal laws, conscientiously fulfill my duties and do justice to everyone. So help me God „) So she got the vaccine order as part of a „EUropean solution“ in the hands of the EU Commission. It is precisely that group of experts who are chaired by a senior expert elected directly and democratically by the people, who has proven over and over again in her professional career that she can successfully take care of procurement tasks. My heart just opens.
Completely unpredictable, they screwed it up. And properly. With formulations in the contracts with which I wouldn’t even sell an old sock. But hey, that can happen and it doesn’t spoil the joy.

Several residents have now died in the senior citizens‘ home mentioned above. That’s tragic. They are therefore a direct component of the European vaccine solution. I am sure, had this been explained to them, they would have looked forward to their demise with great joy. When are you able beeing a part of something so big? Hundreds of thousands of people will have the opportunity to discover the joys of Corona. THANK YOU!

Chapter 4: Conclusion

I hope I was able to give you a little insight into the fun of the coronavirus, it’s just awesome. My family and I are still enjoying the rest of our time in quarantine to the full. Every time I see our top political figures on television, I have to think of the thousands and thousands of people who, through their actions, enable the joys of an infection with SARS-CoV-2. You are real givers of joy! Thank you! Fortunately, we have a functioning fourth democratic power (press) that protects those politicians as much as possible in this difficult phase and gives them a suitable platform for their self-praise. It just works.
Since I don’t have the opportunity to say thank you personally and to the extent it deserves, I just get up from my seat and sing the European anthem.

Best Regards and stay healthy
Stefan Heuel

Alles ist bunt, fest und klemmt….

…Motor voller Pleuel frisst und stinkt!

Es ist einfach zu warm *g*

Bevor es Kacke wird, erstmal das Video der kompletten Freien Klasse 600Kg aus Anholt 2019:

Vielen Dank an Mister Jo für die tollen Aufnahmen!

Der aufmerksame Leser weiß schon: Der Motor ist fest! Jaaaa, auch im kalten Zustand bewegt sich da nichts mehr.

Stefan neugierig wer er ist ging sofort ans Werk:


Erstmal Öl raus. Bis auf ein wenig Schaum….nichts besonderes feststellbar.


Ein ganz paar kleine Flakes… wollen wir mal nicht so sein.


Kontrollfreak….auch wenn der Motor eh schon fest ist 😉


Wenn der Trecker mal so steigt haben wir auf alle Fälle genug Grip 😉 😉

Spaß beiseite: Alex´s pragmatische Lösung um mal schnell in den Motor zu gucken.


Ein bisschen Geraffel musste noch weg, dann hielt ich die Ölwanne in den Händen.

HEY!!! DA IST WAS RICHTIG IM ARSCH! *toll*

Schlamm der besten Sorte mit Brocken in allen Korngrößen. Hier mal ein Highlight:


Nur was ist da kaputt und wo?

Es versteckt sich zwar ein wenig in der Tiefe aber wer findet das bunte Pleuel?


Da erübrigt sich die Frage wo das (erste) Problem zu finden ist.


Die Lagerschalen sind echte Dual-Use Produkte. Wenn sie auf der Kurbelwelle fest sind drehen sie sich halt im Pleuel weiter… *grml*


Die Schalen sind sauber auf den Kurbelzapfen appliziert, oder ist das gar die Welle?


Nöööö, Reste der Schalen sind noch da 😉


Fehler gefunden, Pleuel von der Welle entkuppelt…..

…jetzt sollte sich die Welle wieder drehen lassen!

Pustekuchen. Entweder sind noch mehr Lager fest oder die Welle ist bei der Nummer krumm geworden. So oder so, der Motor muss komplett auseinander.

Die bange Frage ist nun ob auch andere Stellen im Motor was abbekommen haben. Namentlich der Zylinderkopf. Da steckt nämlich ne Menge Zeit und Geld drin….


Schnell den Deckel ab…. sieht gut aus.


24er angesetzt und etwas gewackelt.

Puuhhhh…. beide Wellen gehen leicht… Glück im Unglück…

Steht noch die Frage im Raum was da schief gelaufen ist…. Im Grunde gibt es nur eine geringe Anzahl an Möglichkeiten:

  1. Die Schmierung hat in dem Bereich komplett versagt. Öldruck stand zwar immer an, aber vielleicht ist ein Kanal zu?
  2. Das Einbauspiel war zu gering
  3. Es gab einen Einbaufehler der Schalen
  4. Das Motoröl hat seine Schmierwirkung verloren

Viel mehr bleibt eigentlich nicht über.

Naja, erstmal Pause machen und denken…..

….denken….

….denken… (dauert bei der Hitze etwas länger 😉 😉 )

Auffällig war schon mal das das verbliebene Öl in der Ölwanne „komische“ Eigenschaften hatte. Ich kann es nicht genau beschreiben. Es waren zwar keine zwei Phasen zu erkennen, es verhielt sich aber so. Auch war es gefühlt(!) für 30° Temperatur ziemlich dünnflüssig. Gerochen hat es normal.

Was macht der Mechaniker von Welt?


Richtig, den Gubbel zwischen die Finger…

Auch das war komisch. Es schmierte zwar noch, ein direkter Vergleich zu frischem Öl zeigte: Es schmierte, aber ziemlich schlecht. Vor allem als fast kein Öl mehr zwischen den Fingern war stockte es im Vergleich doch ziemlich.

Ich hoffe Ihr seid an der Stelle von der Wissenschaftlichkeit dieser Abhandlung begeistert *roflzeraptor*

Man nehme…..


Zaunpfostenkappe (Mit so etwas verdien ich unter anderem meine Brötchen 😉 ), fragwürdiges Öl rein und den Brenner drunter.

Schon nach kurzer Zeit schäumte es ziemlich. Nen Jakkuzzi bekommt das nicht so geil hin….

Zum Vergleich frisches Öl:


Nischt….

War es doch keine so geile Idee den Motor mit billiger 10W40 Pampe zu fahren? An dieser Stelle einen schönen Gruß an Manfred Killian der mir schon in Füchtorf gesagt hat das das Öl nichts taugt! Kommt aus der Abteilung „Wer nicht hören will muss fühlen!“

Defacto stimmt mit dem Öl was nicht. Ob das die (alleinige) Ursache für den Schaden war vermag ich nicht zu sagen. Ich war schließlich nicht Live im Motor dabei und sprechen kann er auch nicht 😉 😉
Vermutlich hat sich eine beträchtliche Menge Methanol im Öl angereichert. Normalerweise äußert sich das in einer milchigen Emulsion- das kommt aber auch auf das Öl an.

Auch möglich ist, dass sich das Methanol mit den (Achtung, 180-Gramm-Wort) Viskositätsindexverbesserern im Öl angelegt hat. Mehrbereichsöle bestehen immer aus einem dünnen Grundöl das über diese Zusätze eingedickt wird. Werden diese nun -nennen wir es mal unschädlich- gemacht bleibt das dünne Grundöl über das bei hoher Belastung und Temperatur…….richtig…..nichts taugt.

Jetzt könnten wir in Zukunft der Empfehlung von Manfred folgen. Das Öl läuft bei Andreas seit Jahren im Kompaktdiesel. Nur die Kämpfen auch nicht mit Methanol, sondern mit Diesel.

Die erste Entscheidung ist aber auf ein Öl gefallen (Motul 300V 20W60) auf das viele VR6 Turbo-Freaks schwören die mit E85 Dragrace fahren. Also auch Alkohol.

Die gescheiteste Entscheidung wird aber sein ein Einbereichsöl zu verwenden das sich seit Jahren in den Superstocks bewährt hat. Wenn also noch jemand ein kleines Fässchen Kendall GT1 SAE 50 abzugeben hat—>bitte melden.

Wie geht es weiter? Richtig, Motor raus. Zeitstress haben wir nicht, Anholt war vorerst die letzte Veranstaltung. Meine Frau ist hochschwanger und ich wollte nicht den Hartmut machen 😉 😉 (Insider)

Stay tuned!!!!!

Da stimmt was ganz und gar nicht….

Da der Schluckspecht aus irgendeinem unerfindlichen Grund nach Anholt noch vollgetankt war, konnte auch sofort die Änderungen an der Cranking-Fuel-Menge vorgenommen werden. Das hat auch soweit sehr gut geklappt:

Dann war da ja noch das Problem mit dem Losfahren. Damit der Motor am Start nicht „turbotypisch“ durchgeht hat der Stefan mal ein wenig mit der Steuerung herum gespielt:

Auch das hat sehr gut geklappt. Im Leerlauf ging es nicht über 5000 1/min und der Lader hat mal eben schlappe 0,8 Bar aufgebaut bevor ich es dann etwas mit der Angst zu tuen bekommen habe 😉 😉

Nach den ganzen Test´s hatte der Motor auch ausreichend Temperatur um den Anlassvorgang im warmen Zustand testen zu können. Also Motor aus. Anlasser vor und……

…NICHTS!

Der Anlasser hat den Motor kein Stück mehr gedreht. Auch von Hand ließ sich der Motor kein bisschen durchdrehen—->Bombenfest…. Arrrrghhh, was´n das?

Hat sich der Block verzogen? Hat was gefressen? Nur wie soll das sein, immerhin habe ich den Motor selber abgestellt. Öldruck war auch bis zum Schluss da. Alles problemlos.

Also schnell den dicksten Lüfter geholt den ich finden konnte und runterkühlen. Tatsächlich ließ sich die Welle mit fallender Temperatur unter hoher Kraftaufwendung wieder etwas drehen. Also noch mehr kühlen. Tatsächlich hat der Anlasser den Motor irgendwann wieder durchgedreht, wenn auch eher schlecht als Specht *rofl*

Also irgendwas stimmt da gar nicht. Der Block hatte keine 80°C. Da muss man das Teil doch leicht drehen können. Ich ahne böses…

Morgen hat der Block wieder Raumtemperatur, dann muss ich noch mal schauen… Es bleibt spannend!!!

Stay tuned!!!!

Anholt 2019 – Fehlercode 37

Mit einem sehr lachenden und einem etwas weinenden Auge blicken wir zurück auf Anholt 2019!


Nachdem es gefühlt mitten in der Nacht auf die Bahn ging…..wurde noch vor der Fahrerbesprechung um 8.00Uhr der Specht ausgeladen.


Vor der Waage bildete sich eine lange Schlange. Dank der vorbildlichen Arbeit der Waagen -Mannschaft (besser Frauschaft 😉 ) lief das Wiegen sehr zügig. Danke an dieser Stelle. Danke auch an das Gardenpulling Team Stiehl das einen Faltpavillon für die Waage gesponsert hat.


Im Vorbereitungsraum hatte Sina Trost großes vor 😉 😉

Na wer weiß…. wenn sich die 600kg Klasse weiterhin so gut entwickelt wird der große Bremswagen bald nötig sein 😉 😉


Dann hieß es: Warten.

Nach den Vorläufen gingen die Kompaktdiesel auf die Bahn. Schnell wurde klar das die Bahn richtig Grip hat. Timo Davids als erster Starter konnte das nicht ahnen und hat seinen Red Raptor fast auf die Seite gelegt. Es begann ein allgemeines Umballastieren….

Die Vorläufe unserer Vorstarter bestätigten: Die Bahn kann was!

Dann waren wir an der Reihe, und was soll ich sagen: es hat alles geklappt wie am Schnürchen. Aber seht selbst:

Junge, Junge, Junge war das ein Pull. Kurz nach der 60m Markierung zog die Bahn extrem(!) nach Rechts. Stefan der immer gewohnt war das die Vorderräder genug auf der Bahn sind um zu lenken hat damit mal gar nicht gerechnet. An Bremsen war so schnell gar nicht zu denken. Also runter vom Gas. Der Schwung reichte aber noch dicke aus um über die FullPull-Marke zu gelangen.

Noch besser als der Full Pull im ersten Versuch war es aber den Motor selber abzustellen. Kein Rauch, kein Feuer….geil 😉

Der Dampf den man sieht kommt übrigens aus der Kurbelgehäuseentlüftung und ist ganz normal.

Voller Euphorie ging es dann zurück in den Vorstartbereich. Tanken, alles nachsehen und Laptop auswerten..Daten…Daten…Daten 😉 😉

Und was soll ich sagen: Besser konnte der Motor gar nicht laufen!!!


Wir waren in der Spitze mit 1,8 Bar Ladedruck unterwegs, Lambda bei 0,65, 8100 1/min und der Motor damit nicht im Begrenzer. Super geil!

Das heißt im Umkehrschluss:

  1. Alles was wir an Leistung bei diesen Daten erzeugt haben ist in den Dreck gegangen (Dazu später mehr)
  2. Motoreinstellung, Übersetzung und Reifen passten extrem gut zusammen!!

Für eine ähnliche Leistung brauchten wir in der ersten Saison noch über 3 Bar Ladedruck. Das sind Welten unterschied. Der neue Ventiltrieb funktioniert augenscheinlich.

Nun aber zurück nach Anholt:

Nachdem die Compactdiesel ihre Finalläufe gezogen haben ging es ins Finale der 600kg Freien Klasse. Und jetzt wird es dämlich. Also so richtig dämlich!

Alex und Stefan schieben den Specht weiter vor, Stefan zieht sich die Schutzausrüstung an, Alex macht den Anlasser startklar, Stefan sitzt im Specht, auf Zeichen vom Flaggmann versucht Alex zu starten….. Also er versucht es….Der Starter dreht, aber:

NICHTS!

Aaaahhhhrgggg was ist das denn für ein Mist? Nach ein paar Sekunden orgeln ging dann auch noch der Anlasser bzw. seine Batterie in die Knie…Was ein Sche*ß!

Dieter half noch schnell mit ein paar Sprühstößen Sprühreiniger in den Turbo….es brachte alles nichts. Bei Stefan reifte ein Verdacht: Der Motor ist hoffnungslos abgesoffen. Selbst ein eiliger Versuch den Abstellhahn zu schließen und dem Motor seinen Alk zu nehmen brachten nichts…..Nach 3 Minuten—>Timeout! Das wars, so sind die Regeln….

Etwas niedergeschlagen ließen wir uns ins Fahrerlager ziehen.

Wir gratulieren Thorsten Schlarbaum zum souveränen Sieg!

Was war passiert? Im Fahrerlager ging es an die Analyse. Die „Cranking-Fuel“-Menge herunter programmiert und zack lief der Specht wieder…. Arrrgh, sowas dämliches!!


Ein Manifest der Dämlichkeit.

Um diese semiprofessionelle Sprühreinigermethode beim Start abzulösen hat sich Stefan was überlegt. Problem ist einfach die mechanische Pumpe die bei Anlassdrehzahl (150 1/min) fast keinen Druck liefert. Also die Einspritzdüsen beim „Cranking“ voll auf. Tolle Idee. Erstmal alle Düsen so einstellen das sie bei jeder Umdrehung feuern (Batch all injectors), dann die Einspritzdauer auf 25,5ms, also das Maximum hoch. Da das Stefan immer noch nicht reichte: Über die Zeitkorrektur noch mal 255% hoch! Toll!!!

Im Log sieht das dann so aus:


Über alle Korrekturen sind die Düsen dann pro Umdrehung 65ms auf! Wenn man bedenkt das der Motor im Leerlauf nur um die 2ms alle zwei(!) Umdrehungen braucht um fett zu laufen, könnte das selbst bei extrem wenig Spritdruck etwas….aber auch nur etwas zu viel Sprit sein.

Nur die Einstellung fahren wir nicht erst seit Anholt. Sämtliche Testläufe und auch Füchtorf waren schon so….. was war also in Anholt schief gelaufen?

Erst einmal haben wir ja die Pumpe verbessert. Durch die geringeren Spaltmaße wird die jetzt schon beim Anlassen mehr Sprit bringen. Trotzdem funktionierten doch auch die Probeläufe in Anholt????

Das wird mit den Eigenschaften von Methanol zu tuen haben. Stichwort: Siedepunkt 65°C

Ist der Motor kalt, jaucht halt eine beliebige Menge Sprit in den Zylinder, es bildet sich irgendwie ein See über dem sich Methanoldampf mit der eingesaugten Luft mischt und irgendwie ein zündfähiges Gemisch bildet. Das reicht auf alle Fälle um den Motor soweit hoch zu beschleunigen das er auf die „normale“ Sprittabelle schaltet und dann die richtige Menge Sprit bekommt. Soweit so gut.

Nach dem Vorlauf hatte der Motorblock aber noch deutlich über 75°C. Der Kopf wahrscheinlich noch mehr….

Wenn da jetzt Methanol in den Ansaugtrakt spritzt wird es ziemlich fix verdampft. Es ist also viel zu viel Methanoldampf im angesaugten Gemisch. Was im Ansaugtrakt noch nicht verdampft ist, geht spätestens im Zylinder in den gasförmigen Zustand über…. Tja, Methanol hat zwar einen weiten Zündbereich, so weit aber auch nicht…. Keine Chance den Specht ans laufen zu bekommen.

Wir sind aber dennoch sehr zufrieden. Der Motor läuft (wenn er denn mal läuft 😉 ) perfekt und die Reifen arbeiten richtig gut! Die machen richtig Vortrieb und schleudern fast keinen Dreck vor den Bremswagen! Super geil!

Nicht zufrieden sind wir auf den ersten Metern. Typisch Turbomotor geht der Specht sofort auf Maximaldrehzahl durch. Sprich wir haben einen Schlupf von 80-90 km/h. Da arbeiten die Reifen noch sehr schlecht. Ist die Fuhre dann ab 30-40m genügend beschleunigt bewegt sich der Schlupf in einem Bereich in dem der Reifen richtig gut arbeitet und den Bremswagen richtig gut zieht. Da sind aber schon 30-40m vom Pull „ungenutzt“ vorbei.

Die Schlepper die mit geringerer Raddrehzahl unterwegs sind laufen ganz anders: Die beschleunigen den Bremswagen in der ersten Phase und halten ihn mit ihrer Kraft/ ihrem Drehmoment zum Ende hin so gut es geht in Bewegung.

Unsere Baustelle für die Zukunft ist es nun den Schlupf auf den ersten Metern im „gesunden“ Bereich zu halten…. Ich hab da schon so ne Idee…. 😉 😉

Stay tuned!!!!!

Planetengulasch zum Jahresende

Sodale….der definitiv letzte Beitrag für dieses Jahr….

Nach soviel Besinnlichkeit, Fressen und Saufen muss mal was produktives gemacht werden:


Die Listen (Jaja, Kontrollfreak 😉 ) und Zeichnungen liegen bereit.


Das Christkind Uwe hat uns eine Magnetfolie für unseren Transporter da gelassen. Danke dafür!


Und der Specht hat seine Parkposition auch erreicht und die Anschnallzeichen sind auch erloschen.


Die Beschriftung muss leider weichen…


… damit Alex den Kotflügel richten und verstärken kann.


Alles noch mal verschweißen, hier und da ein wenig drauf modellieren. Der Specht soll sich ja vom hässlichen Vogel in einen schönen Schwan verwandeln. Ein richtig bitterböser Schwanizeraptor…*harharhar*


Derweil wird an den Serienanlasser ein Planetengetriebe angeflanscht. Ich habe bitterböse Anrufe von Alex seinem Rückendoktor bekommen…daher muss das alles leichter….. 😉

Jetzt bitte bereit machen, es wird gleich dämlich…..


Noch glänzt das Teil im dezemberlichen Sonnenschein….

Es kam mir eh schon komisch vor…alles lief wie geschnitten Brot, alles funktionierte und passte einfach zu gut.


Fertig zum Testen.

Testen deshalb, weil Stefan die Übersetzung von Ritzel auf Zahnkranz beim Serienmotor einfach mal auf 1:25 geschätzt, ein entsprechendes Getriebe besorgt hat und damit total daneben lag. Original ist nämlich 1:13.
Der Anlasser drehte…sagen wir mal…gemächlich. Ob das reicht?

Das war jetzt noch nicht die dämliche Stelle, die kommt noch 😉


Hier noch mal der Vergleich. Vorne handlich und leicht, hinten…..NAJA…zumindest kraftvoll.

Also Strom auf den Specht, Leerlauf rein und Starter vor. Etwas Sprühreiniger in den Turbo und los.

Geil…geht super… Mit einer Hand zu halten, dreht den Motor sauber durch und nach ein paar Umdrehungen war er an….. *huiii*

Gleich noch mal testen….Geht ja echt! SUPER!!!!

Und noch einmal……Ein lautes Krachen im Planetengetriebe! SUPER….Scheiße!!!

So hört sich das also an wenn mehrere Stunden Arbeit im Arsch sind…Cool!

Und so sieht es aus:


Tja, was war passiert?


Die Passfeder und die 16er Welle hat es total zergnoddert….


Die Zahnräder auch…. *grml*

Wie komm ich auch auf die Idee so ein Pisselgetriebe zu verwenden? Was ist los? Über die Feiertage dumm geworden? Ahhhhh….

Rumms Bumms:


Als hätte ich es geahnt: Fettes Getriebe in 1:15


Der Test steht noch aus. Der Tag war einfach zu kurz. 😉


Während ich nichts besseres zu tuen hatte als Getriebe zu frittieren, hat Alex eine Führung für den Gurt gebaut. Damit sollte der nicht überall in der Gegend rumfliegen und auch nicht mehr so leicht von den Schultern rutschen!

Eine Sache musste 2018 aber noch geklärt werden:

Wie sieht es in den Aussenplaneten aus?

Und da kann man nur sagen: Super geil! Kein unnormaler Verschleiß trotz ungehärtetem Sonnenrad. Tja, kann ich doch Planetengetriebe 😉 😉

Mit diesem Knüller wünscht das Team Schluckspecht einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Und nicht vergessen: Nur zugelassenes Feuerwerk ist gutes Feuerwerk!!!!

Stay tuned!!!!!

Arbeiten mit Köpfchen!

Der Winter naht…es beginnt die besinnliche Zeit…..genau richtig um den Motor zusammen zu bauen. 😉

So beginnt es nun.

Die letzten Tage reiften die Bedenken über den Zwickelverschleiß im Zylinder zu echten Sorgen. Mal angenommen der Motor hätte nie die Sporen bekommen und die neuen Pleuel sind auch nur minimalst länger als die alten. Wenn wir den dann wirklich bis Ultimo drehen lassen und die Kolbenringe nur ein paar Zehntel höher kommen als im ersten Leben des Motors—-> Alles Schrott!

Also: Geradeschleifer


Feine Schmirgelrolle drauf…

…und vorsichtig die Kante weggeschliffen. Aber wirklich nur die Kante.

Da können die Kolbenringe im falle des Falles ganz geschmeidig drüber gleiten.

Damit ist die Bearbeitung des Blocks abgeschlossen. Es geht an den Zusammenbau!


Alles reinigen……


….reinigen, reinigen…..


…damit die Hauptlager schön Platz nehmen können.


ARP Stehbolzen. Arschteuer aber millionenfach bewährt.

„Die Kurbelwelle…..sie alles zu knechten…“ oder so…..

Schön! Anlaufscheiben nicht vergessen 😉

Damit wird es zum ersten mal an diesem Tag total dämlich. Kontrollfreak Stefan hat an alles gedacht, natürlich nicht daran das Spezialschrauben auch Spezialwerkzeug brauchen…..*grml*
Also erstmal nur handfest anziehen damit wir weiter machen können.


Alex ärgert sich mit den Clips der Kolbenbolzen rum. Die Dinger sind echt shice rein zu fummeln…

In zahlreichen Internetforen (die Wissensquelle *roflzeraptor* schlechthin) wird immer wieder geschrieben das einige Stahlpleuel nicht durch die 81mm Kolbenbohrung passen.

Also testen….

Shit, passt nicht….

Die Erleichterung stellte sich dann doch sehr schnell ein. Das montierte Pleuel passt nicht. Ohne den Pleuellagerdeckel geht es. Puuhhhhhh 😉


Also fleißig weiter montieren.


Die Bohrungen werden nochmal -richtig- gereinigt.


Und schwups ist der erste Kolben drin. Ganz einfach……DENKSTE!

Die Kolbenringe werden mit dem  Spannband zusammen gezogen und der Kolben dann mit leichten Schlägen  in den Zylinder getrieben.


Zack. Der Ölabstreifring ist im Arsch! Kacke am Stock!

Nachdem der Ärger verraucht war weiter zum nächsten Kolben:

Zack. Der zweite Ölabstreifring im Arsch! Kacke am Stock ins Quadrat gesetzt.

Jaja, ein Kolbenspannband funktioniert nicht bei schrägen Zylinderbohrungen….Jaja…..


Also werden die Mistdinger von Hand eingesetzt.


Stückchen für Stückchen eintreiben. Immer wieder die Kolbenringe mit der Hand eindrücken und es geht.


Fertig! Zumindest bis auf die beiden kaputten Kolben.

Sieht gut aus, oder? Naaaaa…..wer sieht es?

Alle Kolben sind verkehrt herum eingebaut!

Kacke am Stock!

Ich hasse es! Alles wieder raus und von vorne! Scheiße!


So gesehen hab ich diesen Tag 8 Kolben eingebaut und zwei Zylinder sind immer noch leer. Das musste bei einem 6 Zylinder erstmal schaffen……. 😉

Themenwechesel:

Kopfmontage


Alle Ventile rein.


Ordentliche, neue Federn rein…..


..und der Chinafederspanner ist auch wieder am Start. 😉


Nachteil der Tassenstößel: Es geht echt fummelig zu beim Einbau der Ventilkeile. Mit etwas fluchen geht aber auch das. 😉


Nur wie jetzt das Ventilspiel festlegen? Zur Erinnerung: Die Hydros fliegen raus, nix automatischer Ventilspielausgleich.

Denk, denk denk, grübel, grübel, grübel…


Wenn nach soviel Denkerei sowas bei rum kommt, dann ist es nicht einfach ein Stücksken Stahl mit Draht dran, sondern ein Hyperventilspieleinstellwerkzeug.


Die Funktion ist so einfach wie genial…..also eigentlich nur einfach. 😉

Das Stücksken Stahl ist etwas kürzer als die Distanz von Ventil zu Nockengrundkreis. Mit Fühlerlehrenband (vulg. Pfuschband) kann man jetzt genau den Abstand herausfinden. Manchmal schäme ich mich dafür das ich für solche Lösungen echt lange nachdenken muss. 😉 😉

Damit ist dann auch der Höhepunkt im Spannungsbogen dieses Beitrages erreicht.


Der zerdepperte Ölnebelabscheider mit Cyanacrylatkleber gefügt. (Mit Sekundenkleber zusammen gebappt 😉 😉 )


Alublech anreißen und ausschnippeln.


Geiles Duplikat! Aufwändige Strömungssimulationen ergaben genau dieses Design….

Oder stand ne Schukosteckdose Pate? Wer weiß?

Achja, man kann auch Polyamid sandstrahlen.


Und schon eingeklebt.

Zeitsprung.


Eine neue Dichtung muss rein.


Und schon ist der Ventildeckel wieder einbaufertig.

Zum Ausklingen des Beitrags:


Ölwanne in RAL9005.

Stay tuned!!!

Kacke am Stock….

…..ist auch ne Blume.

Der interessierte Leser ahnt schon was kommt. 😉

Die Pumpe ist gequirlter Mist.

Ein Haufen Arbeit, Altmetall und ein Manometer das man nochmal verwenden kann.
„Ein Experte ist jemand der nachher genau sagen kann was schiefgelaufen ist!“

Einer Eigenschaft von PTFE hätte ich etwas mehr Bedeutung zumessen sollen. Es ist unter Spannung kaltfließend. So ähnlich wie superzähes Material.
Die Tefloneinsätze wandern wohin sie wollen. Vor ein paar Tagen noch mit dem Hammer eingepresst, kann man sie jetzt mit der Hand heraus nehmen. Die Spaltmaße ändern sich lustig in alle Richtungen. *würgbrechkotz*

Um es kurz zu machen: Mit Wasser baut die Pumpe gegen eine abgesperrte Leitung bei 1500 1/min genau 4 Bar auf—> Schrott.

Zum Glück habe ich ein Angebot von einem bekannten deutschen Superstock-Team bekommen die noch ausgemusterte Hilborn-Pumpen bei sich liegen haben. Danke schon mal vorab dafür!!!

Was soll ich mir meine Nerven mit so einem Zeugs ruinieren wenn es was gibt was funktioniert und kein Stress mehr macht….

Zu was anderem: Ein Anlasser muss her!!

Eigentlich wollte ich heute „nur mal gucken“ wie man das Planetengetriebe an den LKW-Starter bauen kann. Nach wenigen Minuten sah es dann so aus:


Das passiert wenn man mit Werkzeug „guckt“. 😉
Erfreulicherweise entstanden sofort Bilder im Kopf. Ganz ohne CAD…..

Das führte dann dazu:

So fügte sich eins zum anderen. Es passte einfach zu gut zusammen.

Kaum 4 Stunden später lag ein echt ansehnlicher Starter auf dem Werkstattwagen.. 😉 (Jaja, „mal gucken“)


Jetzt kommt der Moment wo wir uns über eine Gleichstromreihenschlussmaschine unterhalten müssen.
Wer so ganz grob umrissen hat wie so ein Motor funktioniert weiß genau was kommt: Man kann das Mistdingen nicht umpolen!!! Wie rum der Starter läuft muss ich sicher nicht sagen…..

Kacke am Stock!!!!!!!!!!!

 

Es bleiben jetzt 4 Optionen:

  1. Den ganzen Scheiß an die Wand schmeißen
  2. Die Drehrichtung des VR6 ändern 😉
  3. Die Statorwicklung drehen
  4. eine Stirnradstufe an den Anlasser setzen (ist ja auch noch nicht schwer genug)

Achja, ich habe schon öfter Anlasser zweckentfremdet. Das waren bis jetzt ausnahmslos alles brave, normale Gleichstrommotoren die sich einfach umpolen ließen. *würgbrechkotz*
Morgen mal mit einem befreundetem Motorwickler sprechen (der mich sicher erstmal auslachen wird 😉   )

Aber es gibt auch was erfreuliches:


Mit dem Kupplungsgedöns komme ich gut voran…Huiiii 😉

Stay tuned

 

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